Nur .de war gestern

Allgäuer Zeitung

Internetadressen – Ob privat oder geschäftlich: Weltweit sind inzwischen hunderte Endungen auf dem Markt und regelmäßig erscheinen neue, zum Beispiel: .car oder .law. Vom Geschäft mit den letzten Buchstaben

Wer eine Internetadresse einrichtet, kann mittlerweile aus hunderten Adressendungen (Top-Level-Domains) wählen. Dabei gilt: Je exotischer die eigene Internetadresse endet, desto teurer wird es. Das Geschäft mit den Schluss-Buchstaben: Wir haben mit der Kemptener Firma Idkom Fragen und Antworten rund um ein Thema zusammengestellt, das private Blogger, Firmenchefs und Hobby-Online-Verkäufer gleichermaßen betrifft.

Top-Level-Domains: Was ist das, was gibt es, wofür braucht man das?
Die Firma Idkom gehört zu den großen Anbietern des Allgäus und verwaltet etwa 10000 Domains für Kunden. Darunter sind Privatleute ebenso wie Shopbetreiber, Anwälte, Ärzte und mittelständische Firmen aus ganz Schwaben. Zur Internetadresse passend gibt es verschiedene Top-Level-Domains – das sind die Buchstaben nach dem Punkt. Zum Beispiel (etwa fürs Thema Autos) .car oder .law für Rechtsanwälte. Etwa 700 Top-Level-Domains gibt weltweit, sagt Idkom-Experte Benjamin Hasler – und das Geschäft der Adresshändler boomt. Dazu gehören auch Neuerscheinungen, demnächst können .doctor und .blog belegt werden.

Was kostet es, wenn man sich eine passende Endung aussucht?
Das kommt ganz auf die Adresse an, es gibt Adressen für 20 bis 30 Euro pro Jahr und andere, die schon bei der Einrichtung einige hundert Euro kosten, deren Pflege auch entsprechend teuer ist.

Welche Domains werden besonders häufig genutzt und wie funktioniert der Handel damit?
Nach wie vor besonders häufig sind klassische Endungen wie .de, .com, .net und eu. Viele Kommunen, Ämter und auch die Polizei nutzen .bayern für ihren Internetauftritt. Oft kommen zudem diese Endungen vor: .at, .biz, .bay, .ch. Generell werden Domains  weltweit gehandelt und von Registrierungsstellen verwaltet (in Deutschland: die Denic) auch übers Ausland gehandelt und von , große Firmen sichern sich beliebte Adressen. Gerade Lexikonbegriffe sind vielleicht nicht mehr verfügbar.

Was macht man, wenn die Wunsch-Internetadresse schon belegt ist?
Private Interessenten haben in der Regel Pech gehabt, sagen Benjamin Hasler und Thomas Hug von Idkom. Wer nicht gerade für eine größere Firma sucht, kann sich alternative Vorschläge erstellen lassen, den Namen beispielsweise unterschiedlich kombinieren lassen.

Gibt es Todsünden bei der Wahl von Internetadressen?
Ja, sagen die Experten von Idkom – und das beginnt bei der E-Mailadresse. Wer damit mehr erledigt, als dem besten Freund zu schreiben, also zum Beispiel Kunden-Kontakte pflegt, Bestellungen abwickelt oder gar Bewerbungen verschickt, sollte auf peinliche Koseformulierungen verzichten und seriöse und verständliche Begriffe verwenden.

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Ob Online-Shop oder privater Internet-Blog: Wer eine eigene Internetadresse einrichtet, darüber beispielsweise auch E-Mails abwickelt, hat die Auswahl unter hunderten Endungen. Dabei gilt: Je ausgefallener, desto teurer. Die Kemptener Firma Idkom zählt zu den großen Anbietern, verwaltet etwa 10000 so genannte Domains. Unser Bild zeigt Benjamin Hasler im Server-Raum des Unternehmens, wo die Daten tausender Kunden liegen.

Foto: Benedikt Siegert


Das kosten Adress-Endungen
Wer (privat oder beruflich) eine Internetadresse haben will, muss dafür bezahlen – speziell für die letzten Buchstaben der Adresse. Fachleute sprechen von der „Toplevel-Domain“. Einige Preisbeispiele:
.biz 50 Euro/Jahr
.by 90 Euro/Jahr (diese Endung stammt übrigens aus Weißrussland)
.com 50 Euro/Jahr
.org 50 Euro /Jahr
.com.na 360 Euro fürs Setup und 780 Euro/Jahr (Pflege) – Land: Namibia
.ad 425 Euro fürs Einrichten und 127 Euro/Jahr (Pflege) – Land: Andorra.
.doctor 144,50 Euro/Jahr
.law 172,50 Euro/Jahr
.blog 55,10 Euro/Jahr
.name.tt 130 Euro/Jahr


Das ist Idkom
● Die 1995 gegründete Firma Idkom in der Unterwanger Straße beschäftigt 60 Mitarbeiter und erwartet heuer 10,2 Millionen Euro Umsatz.
● Das Unternehmen bietet ITDienstleistungen an und hat zudem in Ulm, Augsburg und München.

von Stefanie Heckel